Als ich heute nach dem Bibelleseplan in der Bibel las kam ich zu Jeremia 42. Als ich diese Stelle las kam mir ein ganz typisches Denkmuster unter, das zuerst erschütternd ist dann bei längerem nachdenken allerdings auch bei mir zu finden ist.
Also das ganze findet kurz nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar statt. Einige Hinterbliebene wollen nach Ägypten fliehen. Doch sie erinnern sich das es da noch den Propheten Jeremia gibt. Sie suchen ihn auf und fragen ihn was Gott dazu sagt.
Lass doch unsere Bitte vor dir gelten und bete für uns zum HERRN, deinem Gott, für alle diese Übriggebliebenen – denn leider sind wir von vielen nur wenige übrig geblieben, wie du mit eigenen Augen siehst -, 3 dass der HERR, dein Gott, uns kundtun wolle, wohin wir ziehen und was wir tun sollen. 4 Und der Prophet Jeremia sprach zu ihnen: Wohlan, ich will gehorchen. Siehe, ich will zum HERRN, eurem Gott, beten, wie ihr gesagt habt, und alles, was euch der HERR antworten wird, das will ich euch kundtun und will euch nichts vorenthalten. 5 Und sie sprachen zu Jeremia: Der HERR sei ein zuverlässiger und wahrhaftiger Zeuge wider uns, wenn wir nicht alles tun werden, was uns der HERR, dein Gott, durch dich befehlen wird. 6 Es sei Gutes oder Böses, so wollen wir gehorchen der Stimme des HERRN, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, auf dass es uns wohlgehe, wenn wir der Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehorchen.
Jeremia 42, 2 – 6
Da denkt man sich nun wirklich genial, die legen wirklich wert auf Gottes Meinung und wollen der auch folge leisten. Das erinnert mich sofort auch an mich. Wie oft denke ich mir das ist Gottes Wille den werde ich einhalten. Super, Toll das Gott das zu mir sagt. Doch dann geht es weiter. Jeremia bekommt nach 10 Tagen die Antwort auf die Frage.
Und Gott hat zu ihm gesprochen:
So spricht der HERR, der Gott Israels, zu dem ihr mich gesandt habt, dass ich euer Gebet vor ihn bringen sollte: 10 Werdet ihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch bauen und nicht einreißen; ich will euch pflanzen und nicht ausreißen; denn es hat mich gereut das Unheil, das ich euch angetan habe. 11 Ihr sollt euch nicht fürchten vor dem König von Babel, vor dem ihr euch fürchtet, spricht der HERR; ihr sollt euch vor ihm nicht fürchten, denn ich will bei euch sein, dass ich euch helfe und von seiner Hand errette. 12 Ich will euch Barmherzigkeit erweisen und mich über euch erbarmen und euch wieder auf eure Äcker bringen. 13 Werdet ihr aber sagen: »Wir wollen nicht in diesem Lande bleiben«, und so der Stimme des HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen 14 und werdet ihr sagen: »Nein, wir wollen nach Ägyptenland ziehen, dass wir weder Krieg sehen noch den Schall der Posaune hören noch Hunger nach Brot leiden müssen; dort wollen wir bleiben« -, 15 nun, so höret des HERRN Wort, ihr Übriggebliebenen von Juda! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Werdet ihr euer Angesicht nach Ägyptenland richten, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, 16 so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fürchtet, in Ägyptenland treffen, und der Hunger, vor dem ihr euch sorgt, soll stets hinter euch her sein in Ägypten, und ihr sollt dort sterben. 17 Denn sie seien, wer sie wollen: Wer sein Angesicht nach Ägypten richtet, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, der soll sterben durch Schwert, Hunger und Pest, und es soll keiner übrig bleiben noch dem Unheil entrinnen, das ich über sie kommen lassen will.
Jeremia 42,9 – 17
Ja nun ist es soweit, sie haben Gottes Wille gehört, er sagt ihnen sie sollen in Israel bleiben und er wird sie behüten. Doch wenn sie nach Ägypten gehen wird er sie vernichten, gleich wie er Jerusalem vernichtet hat. Doch was passiert nun.
1 Als Jeremia dem ganzen Volk alle Worte des HERRN, ihres Gottes, ausgerichtet hatte, wie ihm der HERR, ihr Gott, alle diese Worte an sie befohlen hatte, 2 sprachen Asarja, der Sohn Hoschajas, und Johanan, der Sohn Kareachs, und alle aufsässigen Männer zu Jeremia: Du lügst! Der HERR, unser Gott, hat dich nicht zu uns gesandt und gesagt: »Ihr sollt nicht nach Ägypten ziehen, um dort zu wohnen«, 3 sondern Baruch, der Sohn Nerijas, beredet dich zu unserm Schaden, damit wir den Chaldäern übergeben werden und sie uns töten oder nach Babel wegführen.
Jeremia 43, 1-3
Wo sind plötzlich die großen Ansagen hin? Die Aussage das sie sicher das tun werden das Gott ihnen sagt. Plötzlich wird Jeremia als der hingestellt der sich von irgendwem etwas einreden lässt, obwohl sie gesehen haben das Jeremias Prophezeiungen eintreten (Jerusalem etc.). Nein Sie wollen nach Ägypten und wenn Gott nicht das gleiche will dann halt nicht, dann halt alleine. Ich mache das was Gott will wenn es das gleiche ist was ich will, aber nicht wenn es was anderes verlangt. Passiert uns das nicht auch manchmal? Zuerst sind wir voll überzeugt dass wir das machen was Gott will und dann wenn es uns gegen den Strich geht sagen wird: “Vll. war es ja gar nicht Gottes Meinung. Nein das habe ich mir nur eingebildet.”
Mir passiert es öfters. Wie gehts dir damit? Bist du bereit Gottes Entscheidungen mit allen Konsequenzen zu tragen? Oder trägst du die Konsequenzen die aus deinem eigenen Handeln entstehen?
